Portfolio

Aktuell:


Josef-Franz-Würlinger-Preis 2012

Freitag, 16. März 2012, 10.00 Uhr

Bürgersaal, Herzog-Friedrich-Straße 21/2. Stock


Ausstellung in der

masc foundation/39 dada: 

grundsteingasse 39&40

1160 wien

16. Juni 2012


 

Mole Rausnehmkunst

http://molekultur.at

Makroaufnahmen im gesellschaftlichen Reagenzglas von Andrei Siclodi

Wie lässt sich aber das Verhältnis zwischen Individuum

und Masse beschreiben und darstellen, ohne in Stereotypen

zu verfallen? Ursula Groser wählt als Strategie

hierfür das Pendeln zwischen Mikro- und Makroebenen,

zwischen dem, was nur diskret, sozusagen unter dem

Mikroskop sichtbar wird, und der Ebene gesellschaftlicher

Prozesse. Die Mikroebene – die Welt qua Organisationsform

vorprogrammierter Zellen - ist auf Grund

ihres vordeterminierten Zustands per se von politisch

neutraler Valenz und daher bestens dazu geeignet, Zustände

und Vorgänge der Makroebene modellhaft kritisch

zu beleuchten, ohne einem belehrenden Gestus

zu verfallen. In der Wandinstallation Netzhaut von 2009

etwa begegnet man einer zellenartigen, im Wachstum

begriffenen Struktur, die einerseits an Bilder organischer

Zellen erinnert, sich aber gleichzeitig selbst als Bild eines

Netzwerks konstituiert, in dem Knotenpunkte und Linien

ein unter Spannung befindliches membranartiges Beziehungsgeflecht

versinnbildlichen. Man kann das Bild als

Abstraktion begreifen, aber auch als Repräsentation von

Individuen (Knotenpunkte, Nägel) und ihrer kohäsiven

Kräfte zueinander (Strumpfmaterial), die die Masse formen.

Das Ornament der Masse wird zum Ornament des

Netzwerks, zur piktogrammartigen Repräsentation der

Kräfte, Ordnungen und Spannungen zwischen Entitäten.

Dieses piktogrammartige Ornament ist bei Groser nicht

rein visuell-symbolischer Natur sondern raumgreifend,

vergrößert und an die Maße des Menschen angepasst,

so dass eine körperliche Erfahrung des Netzwerks möglich

wird. Die Rauminstallation In Reih und Glied aus

dem Jahr 2005 veranschaulichte ebenfalls beispielhaft

die Intentionen der Künstlerin, die Mikro- mit der Makroebene

so miteinander zu verbinden, dass eine subtile

Kritik am „gleichgeschaltenen“ Zustand der Gesellschaft

sichtbar wird.

...

Andrei Siclodi


Makroaufnahmen im gesellschaftlichen Reagenzglas
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gesellschaftliches Reagenzglas A.Siclodi
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Close-Ups in the Test Tube of Society
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Close-up in the Test Tube of Society A.
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