Makroaufnahmen im gesellschaftlichen Reagenzglas von Andrei Siclodi

Wie lässt sich aber das Verhältnis zwischen Individuum und Masse beschreiben und darstellen, ohne in Stereotypen zu verfallen? Ursula Groser wählt als Strategie hierfür das Pendeln zwischen Mikro- und Makroebenen, zwischen dem, was nur diskret, sozusagen unter dem Mikroskop sichtbar wird, und der Ebene gesellschaftlicher Prozesse. Die Mikroebene – die Welt aus Organisationsform vorprogrammierter Zellen - ist auf Grund ihres vor determinierten Zustands per se von politisch neutraler Valenz und daher bestens dazu geeignet, Zustände und Vorgänge der Makroebene modellhaft kritisch zu beleuchten, ohne einem belehrenden Gestus zu verfallen. In der Wandinstallation Netzhaut von 2009 etwa begegnet man einer zellenartigen, im Wachstum begriffenen Struktur, die einerseits an Bilder organischer Zellen erinnert, sich aber gleichzeitig selbst als Bild eines Netzwerks konstituiert, in dem Knotenpunkte und Linien ein unter Spannung befindliches membran-artiges Beziehungsgeflecht versinnbildlichen. Man kann das Bild als

Abstraktion begreifen, aber auch als Repräsentation von Individuen (Knotenpunkte, Nägel) und ihrer kohäsiven Kräfte zueinander (Strumpfmaterial), die die Masse formen.

Das Ornament der Masse wird zum Ornament des Netzwerks, zur pikto-grammartigen Repräsentation der Kräfte, Ordnungen und Spannungen zwischen Entitäten.

Dieses piktogrammartige Ornament ist bei Groser nicht rein visuell-symbolischer Natur sondern raumgreifend, vergrößert und an die Maße des Menschen angepasst, so dass eine körperliche Erfahrung des Netzwerks möglich wird. Die Rauminstallation In Reih und Glied aus dem Jahr 2005 veranschaulichte ebenfalls beispielhaft die Intentionen der Künstlerin, die Mikro- mit der Makroebene so miteinander zu verbinden, dass eine subtile Kritik am „gleichgeschalteten“ Zustand der Gesellschaft sichtbar wird.

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Andrei Siclodi



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Künstlergespräch mit Philosoph Michael Schorner über die Ausstellung "order from noise"

am Freitag den 31.1. 20 um 18.00 im openspace.innsbruck


Order from noise

Eröffnung 22.1.2020  um 19.00 Uhr in der openspace.innsbruck, Mentlgasse 12b, 6020 Innsbruck, Austria


Masc Foundation 

 


ROOM 105

6. April 2019 – 25. Mai 2019, widmertheodoridis, Fallackerstrasse 6, CH 8360 Eschlikon


Kunst | Sammlung | Universität 

 

Kunst in Tirol nach 1945

Bestandskatalog der Sammlung des Instituts für Kunstgeschichte 

der Universität Innsbruck samt einer Dokumentation der Nachlässe 

und Legate sowie Kunstprojekte im universitären Raum

Mittwoch 23. Jänner 2019, 18 Uhr

 

TAXISPALAIS Kunsthalle TirolMaria-Theresien-Straße 45, 6020 Innsbruck


animiert

 

James Clay, Othmar Eder, Sabine Groschup, Ursula Groser, Anna-Maria Hörfarter, Renate Schrott-Egger

Donnerstag, 01. März 2018 um 19.00

und Freitag, 02. März 2018 von 11.00 – 17.00

 

NEUE GALERIE, Rennweg 1, Großes Tor, Hofburg, 6020 Innsbruck